Burnout vermeiden – Frau sein heute

„Ich möchte heraus aus dem Hamsterrad!“ dieser Satz umschreibt die Ziele der Teilnehmerinnen der Schwerpunktkur „Burnout vermeiden – Frau sein heute“ sehr gut.

In der ersten Gruppensitzung der Teilnehmerinnen im gemütlichen Kaminzimmer unserer Klinik werden nach einer Vorstellungsrunde und der Informationen über die Therapien der Schwerpunktkur gemeinsam die Ziele und Themen erarbeitet:

Gelassenheit im Alltag erlangen, sich selbst etwas Gutes tun können ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen sind weitere Beispiele für Anliegen der Patientinnen. Die Auseinandersetzung mit Erziehungs- und Partnerschaftsfragen sind ebenso häufige Themen, die zu erarbeiten sind.

 

Die Gruppentermine beginnen mit kleinen Achtsamkeitsübungen, beispielweise mit einer Entspannungsübung, die die innere Fragestellung nach den eigenen Stärken und Schwächen erlaubt. Im Austausch können die Teilnehmerinnen diese dann schildern, etwa dass sie Schwierigkeiten haben, das Positive an sich zu sehen und sich im Alltag oft negativ bewerten oder kritisieren. Es soll der Impuls entstehen, neue Verhaltensweisen zu „trainieren“ und Gedanken und innere Zwiesprache bewusst zu reflektieren. In Kleingruppen erarbeiten die Teilnehmerinnen eigene Erfahrung und mögliche Lösungen, etwa zu der Frage: Welche inneren oder verinnerlichten Werte lebe ich bewusst oder unbewusst und wie wirken diese sich auf mein Leben und meine Ansprüche an mich aus? Dabei geschehen oft „Aha-Erlebnisse“, beispielsweise was die Anforderung an sich selbst angeht, immer perfekt sein und hundertprozentig leisten zu wollen. Der Austausch mit anderen Frauen kann helfen sich ganz einfach zu trauen, die Ansprüche an sich selbst herunterzuschrauben oder eine Idee von einem veränderten Verhalten zu bekommen.
Ihren Abschluss finden die Gruppenstunden in einer Erzählung oder einem Märchen, das zum „Nachspüren“ einladen soll.
Besondere Aufmerksamkeit im Rahmen der Schwerpunktkur „Burnout vermeiden – Frau sein heute“ wird dem individuellen Umgang der Teilnehmerinnen mit ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen gezollt. Der Abstand zum Alltag ermöglicht es, den mehrfach belasteten Frauen, dass sie darauf wieder einen Blick werfen können.
Hilfreich zeigt sich dabei der offene Austausch auch außerhalb der Gruppensitzungen, im vertraulichen Gespräch mit einer der anderen Muttis – ob auf dem Spielplatz, beim Essen, Walking oder in abendliche Runden. Oft finden die Themen der Gruppensitzung hier ihre Abrundung.
Die Wünsche und Bedürfnisse werden in ihrer Fülle in der Gruppensitzung erlebt und mit „Erlaubergedanken“ auf den Weg gebracht. Einer davon ist: „Ich habe ein Recht darauf, dass meine Bedürfnisse genauso wichtig sind, wie die von anderen.“

Allen Teilnehmerinnen ist am Ende der Kurmaßnahme klar: wenn ich selbst nichts verändere, ändert sich nichts und ein Anfang kann auch in kleinen Schritt beginnen!
In der letzten Gruppenstunde dürfen sich die Teilnehmerinnen der Schwerpunktkur eine Postkarte an sich selbst schreiben. Diese soll als Erinnerung an die Vorsätze und Pläne fungieren, die sich die Mütter zugunsten einer besseren Selbstfürsorge im Alltag erarbeitet haben.

Wir im Kolleginnen-Kreis der Psychologie schicken „unseren“ Müttern ihre jeweilige Postkarte nach einem Monat zu...